Falsche Zeit, falscher Ort

Falsche Zeit, falscher Ort

#63 Southwest-Airlines-Flug 1248: Bruchlandung in Chicago

#63 Southwest-Airlines-Flug 1248: Bruchlandung in Chicago

Die US-amerikanische Southwest Airlines gilt als Pionier und Vorreiter beim Billigfliegen: keine andere Airline der Welt betreibt das Geschäft mit den billigen Flugtickets länger und erfolgreicher als die Fluggesellschaft aus Dallas. Seit 1967 fliegen die blauen Maschinen vor allem in Nordamerika Millionen Passagiere an ihre Ziele. Doch der 8. Dezember 2005 gilt in der Geschichte der Southwest Airlines als schwarzer Tag: bei der Landung in Chicago kommt eine Boeing 737 von der Landebahn ab und begräbt ein Auto unter sich, in dem eine Familie saß.

#62 Der Silvesterbrand im Dupont Plaza Hotel 1986

Am 31. Dezember 1986 herrscht im Dupont Plaza Hotel in San Juan, Puerto Rico, ausgelassene Stimmung. Hunderte Gäste bereiten sich auf die große Feier vor, doch hinter den Kulissen schwelt ein Konflikt zwischen der Hotelleitung und den Angestellten.

Nur Minuten nach einer gescheiterten Verhandlung zwischen beiden Parteien bricht im Erdgeschoss ein Feuer aus, das sich rasend schnell ausbreitet. Fast 100 Menschen sterben, über 140 werden verletzt.

Eines wird schnell klar: Dieses Feuer war kein Unfall, sondern absichtlich gelegt.

#61 Charterflug in den Tod – Birgenair-Absturz 1996

Für rund 180 Urlauber sollte es nur noch die Rückreise nach Deutschland werden nach einem Traumurlaub in der Dominikanischen Republik. Doch nur fünf Minuten nach dem Start stürzt die Maschine der Birgenair in das Meer - niemand überlebt den Absturz. Die Katastrophe vom 6. Februar 1996 wäre nicht nur vermeidbar gewesen, sie macht auch auf tragische Weise deutlich, wie risikoreich damals Airlines um das Billigfliegen in die Dominikanische Republik gefeilscht haben.

#60 Das Eisenbahnunglück von Hatfield 2000

Am 17. Oktober 2000 verlässt mittags ein Schnellzug den Bahnhof King’s Cross in London - das Ziel: Leeds. Doch dort wird der Zug nie ankommen. Der Intercity beschleunigt auf 180 km/h - doch nach 27 Kilometern findet die Fahrt ein plötzliches Ende: zwischen den Bahnhöfen Hatfield und Welham Green entgleist der Zug. Wagen springen aus den Schienen, kippen um und entgleisen - vier Menschen kommen bei dem Unglück ums Leben, über 70 werden verletzt.

#59 Havarie im Ärmelkanal: Der Untergang der “Herald of Free Enterprise” 1987

Am Abend des 6. März 1987 wartet die “Herald of Free Enterprise” im belgischen Zeebrügge auf die Abfahrt ins englische Dover. Die Fahrt durch den Ärmelkanal ist für die Besatzung Routine: bis zu 4 Mal täglich fährt die Auto- und Passagierfähre zwischen Belgien und England. Nachdem die Beladung abgeschlossen ist legt die Fähre ab und nimmt Kurs auf Dover - doch dort wird das Schiff nie ankommen. Schon kurz nach dem Ablegen erschüttert ein gewaltiger Ruck das Schiff, Wasser dringt in das Autodesk ein und die Fähre kentert binnen Minuten. Fast 200 Menschen sterben in den eisigen Fluten der Nordsee.

#58 Der Absturz am Mount Erebus 1979

Was als einzigartige Reise in die Antarktis begann, endete in einer der schlimmsten Flugzeugkatastrophen der Geschichte Neuseelands.

Am Morgen des 28. November 1979 startet im neuseeländischen Auckland ein besonderer Flug: Air New Zealand Flug 901 ist kein regulärer Linienflug, sondern ein Sightseeing-Flug in die Antarktis. Doch kurz nachdem die Maschine ihr Ziel erreicht, zerschellt sie am Hang des Mount Erebus. Passagiere und Crew haben keine Chance: 257 Menschen sterben beim Aufprall.

Der Absturz versetzt Neuseeland nicht nur in tiefe Trauer, sondern löst auch ein politisches Beben aus – wer hat Schuld an dem Unglück?

#57 Der nukleare Unfall von Goiânia 1987

Am 13. September 1987 brechen zwei junge Männer in ein verlassenes Krankenhaus im Zentrum der brasilianischen Stadt Goiânia ein. Die beiden Männer sind auf der Suche nach nichts bestimmtem, nur wertvoll sollte es sein, etwas, das sie für ein paar Dollar beim Schrotthändler verkaufen können. In dem Krankenhaus stoßen sie tatsächlich auf eine alte Maschine, die sie nicht genau identifizieren können, die ihnen aber wertvoll erscheint. Was sie in diesem Moment nicht wissen: In dem Gerät verbergen sich etwa 90 Gramm radioaktives Material, das das Leben aller verändern wird, die damit in Berührung kommen.

#56 Das Busunglück im Sierre-Tunnel 2012

Für zwei belgische Schulklassen sollte es im März 2012 nur die Rückfahrt von einer Skireise nach Hause werden - doch in einem Autobahntunnel in der Schweiz fanden sie den Tod. Die Schüler waren unterwegs in einem Reisebus, der abends gegen 21:15 Uhr im Schweizer Kanton Wallis in den Sierre-Tunnel fuhr. Die Fahrt bis dorthin verlief ohne Zwischenfälle - bis der Bus ohne Vorwarnung im Tunnel zunächst auf den Randstein auffuhr und dann ganz von der Fahrbahn abkam. Mit voller Geschwindigkeit prallte der Bus frontal in eine Wand im Tunnel. 28 Menschen starben bei dem Unglück, darunter 22 Kinder. Das Unglück löste in Belgien und in der Schweiz große Bestürzung aus - und über die Ursache gibt es bis heute Spekulationen.

#55 Das Straßenbahnunglück von Wien-Döbling 1960

Es ist der Nachmittag des 2. August 1960: in Wien beginnt nachmittags der tägliche Berufsverkehr. Unverzichtbar ist der schon damals gut ausgebaute öffentliche Nahverkehr in der österreichischen Hauptstadt. Ein dichtes Straßenbahnnetz durchzieht die gesamte Stadt. Gegen 16:45 Uhr fährt im 19.Wiener Gemeindebezirk eine Straßenbahn der Linie 39 die abschüssige Billrothstraße hinunter - doch die Tram wird immer schneller, durchfährt Stationen ohne Halt. In einer Rechtskurve passiert dann die Katastrophe: die Straßenbahn entgleist und stößt mit einer anderen Bahn zusammen. 19 Menschen sterben, über 100 werden verletzt - es ist das schwerste Verkehrsunglück, das sich in Wien ereignet hat.​

#54 Die Columbia-Katastrophe 2003 (Space-Shuttle-Spezial, Teil 2)

Am 16. Januar 2003 startet das Space Shuttle Columbia mit einer erfahrenen, siebenköpfigen Crew für seine 28. Mission von Florida aus ins All. Was die Crew in dem Moment nicht weiß, und die NASA am Boden verdrängt: Das Schicksal des Shuttles und seiner Crew ist bereits wenige Minuten nach dem Start besiegelt, als ein kleines Schaumstoffteil die Unterseite des Gleiters beschädigt. Doch dieser Aufprall genügt, um das Shuttle zwei Wochen später beim Wiedereintritt in die Atmosphäre am Himmel verglühen zu lassen – die Crew hat keine Überlebenschance.

17 Jahre und 87 Space-Shuttle-Flüge liegen zwischen den katastrophalen Unfällen der Challenger und der Columbia. Doch die Untersuchungskommission der Columbia-Katastrophe fällt ein vernichtendes Urteil in ihrem Abschlussbericht: Die NASA hat darin versagt, aus den Fehlern der Challenger-Katastrophe zu lernen – und hat die gleichen Fehler wieder gemacht.